Digitalisierung ist momentan in aller Munde und ein Wort, an dem kein moderner Manager oder Geschäftsführer mehr vorbeikommt. Doch was steckt eigentlich dahinter? Bedeutet Digitalisierung wirklich das, was heutzutage darunter verstanden wird? Tatsächlich ist der Ursprung des Wortes ein ganz anderer.

Was wirklich die Welt, unser Leben und unseren Arbeitsalltag komplett neu geformt hat und nach wie vor stetig verändert ist die digitale Transformation. Was ist also der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation? Und wie hängt das alles mit unserem modernen Zeitalter zusammen? Darauf gehen wir in diesem Artikel näher ein und beobachten nicht nur Begriffsursprung und -wandel, sondern auch den aktuellen Stand in Deutschland und wie deutsche Unternehmen die digitale Transformation umsetzen.

Digitalisierung ≠ digitale Transformation

Bei Digitalisierung denken viele an digitale Speicherformen und Dokumente. Und das nicht zu Unrecht: die Digitalisierung bezeichnet das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate. Sie haben beispielsweise ein Dokument, sie scannen es ein und speichern es digital auf ihrem Laptop – das Dokument wurde digitalisiert. Allerdings wird das Wort Digitalisierung oft im Zusammenhang mit neuen, digitalen Geschäftsmodellen, Infrastrukturen und Vernetzung verwendet. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Sie können das Dokument nun teilen, andere können darauf zugreifen, es bearbeiten und Sie können Schnittstellen zu anderen Systemen schaffen. Hier handelt es sich nicht mehr um das bloße Umwandeln von digital in analog – daher handelt es sich auch nicht mehr um Digitalisierung. Hier geht es um die digitale Transformation. Sie umfasst den stetigen Veränderungsprozess, der unsere Arbeits- und Lebensweise transformiert und revolutioniert hat.

Was genau ist die digitale Transformation?

Die digitale Transformation ist das neue Zeitalter, in dem wir uns jetzt gerade befinden und das von Veränderungen geprägt ist. Diese werden durch neue Technologien und Techniken vorangetrieben und finden aufgrund der schnellen Entwicklung in einem rasenden Tempo statt. Dieser digitale Wandel umfasst nicht nur neue Lebensstile und Arbeitsweisen, sondern auch ein grundlegendes Umdenken der Gesellschaft. Sie wirkt sich auf jeden Bereich unseres Lebens aus und äußert sich in neuen Infrastrukturen, Kommunikationsweisen und Geschäftsmodellen.

Industrie 4.0

Die digitale Transformation kann synonym verwendet werden mit Industrie 4.0, also der vierten industriellen Revolution. Nach der Einführung der Dampfmaschine um 1800, welches die Industrie 1.0 auslöste, dem Beginn der Elektrizität und Fließbänder, also Industrie 2.0, löste das Erfinden und vor allem das alltägliche Einsetzen von Computern Industrie 3.0 aus.

Industrie 4.0 hat anders als die vorhergehenden Epochen keinen bestimmten Auslöser, sie wird von mehreren Faktoren geprägt und ist ein fortlaufender Prozess. Die vierte industrielle Revolution bezeichnet einen stetigen Wandel, der keinen wirklichen Anfang hatte und vermutlich auch kein bestimmtes Ende haben wird.

Automatisierung

Auch bei dem Begriff Automatisierung kommt es oft zu Verwirrung, da dieser manchmal synonym mit Digitalisierung verwendet wird. Bei automatisierten Prozessen handelt es sich um alle Vorgänge, die nicht von Menschen, sondern von Maschinen, also Automatismen übernommen werden. Dabei
kann es sich beispielsweise um Softwares oder Roboter handeln. Diese Prozesse können schnell und leicht repliziert werden, da keine menschliche Arbeitskraft dafür benötigt wird.

Der Stand in Deutschland

Deutschland: ein modernes Land mit einer beeindruckenden Wirtschaft und dem höchsten Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung (22,9 Prozent) von allen G7-Ländern. Vor allem in den Bereichen Elektroindustrie, Fahrzeugherstellung und Maschinenbau sind wir Vorreiter. Bestimmt sind deutsche Unternehmen auch digitaltechnisch und strukturell auf dem neusten Stand? Tatsächlich nicht: wenn es um den digitalen Wandel geht, stehen wir sogar relativ weit hinten.

Der Grad der Digitalisierung von Unternehmen kann unterschiedlich gemessen werden. Der Digital Transformation Index von Dell ordnet die Digitalisierungsgrad in fünf Stufen:

• Digital Leaders
• Digital Adopters
• Digital Evaluators
• Digital Followers
• Digital Laggards

Digital Leaders sind Unternehmen, die digital komplett transformiert sind und das volle Potenzial aus dem digitalen Wandel schöpfen. Digital Laggards sind demnach Unternehmen, die kaum bis gar nicht transformiert sind. Deutschland liegt unter dem globalen Schnitt, deutsche Unternehmen sind also im Durchschnitt weniger transformiert als Unternehmen anderer Länder. Allerdings nur ganz knapp: 38 Prozent deutscher Unternehmen sind Digital Adopters und Digital Evaluators, der globale Schnitt liegt bei 39 Prozent. Prozentual gesehen sind mehr deutsche Unternehmen Digital Laggards (fünf Prozent) als Unternehmen weltweit (drei Prozent). Sechs Prozent deutscher Unternehmen sind Digital Leaders, da liegt Deutschland genau im globalen Durchschnitt.

Der Digital Transformation Index von Dell ist hierbei jedoch nur einer von vielen Ansätzen zur Feststellung des Grades der digitalen Transformation von Unternehmen. Auch bei der global CT wurde ein eigenes Modell entwickelt, welches aufgrund unserer Erfahrungen aus vielen Projekten speziell auf die Kunden und die Branchen zugeschnitten ist, in denen sich unser Ankerpartner aus Hannover bewegt:

Digital Pioneer
Digital Expert
Digital Explorer
Digital Beginner

Hürden und Herausforderungen der digitalen Transformation
Man würde denken, dass Deutschland eigentlich alle Mittel besitzt, um global besser abzuschneiden. Das stimmt auch: nach dem 2020 Enabling Digitalization Index von Euler Hermes und der Allianz hat Deutschland viel Potenzial. Der Index misst die Möglichkeiten und die Agilität der Unternehmen weltweit. Deutschland ist ganz weit vorne auf Platz drei, nur hinter den USA und Dänemark. Die Hoffnung ist also noch nicht verloren. Welche Herausforderungen muss Deutschland überwinden, um besser dazustehen? Einerseits müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer offen dafür sein, sich neues Wissen anzueignen und dieses umzusetzen. Die Technologie verändert sich rasant und um sie sich optimal zunutze zu machen, müssen sich Firmenmitglieder kontinuierlich weiterbilden. Digitale Technologien erfordern andererseits finanzielle Investitionen und dies könnte einer der Gründe sein, weshalb viele deutsche Unternehmen davor zurückschrecken. Zuletzt müssen Ängste überwunden werden und Arbeitnehmer müssen erkennen, dass der digitale Wandel zwar viele Herausforderungen, aber auch enorm viele Chancen bietet.

Fazit

Digitalisierung ist nicht gleichzusetzen mit der digitalen Transformation / digitaler Wandel. Die digitale Transformation beschreibt den fortlaufenden Veränderungsprozess, der alle Lebensbereiche betrifft und Unternehmen immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Nur wenn Unternehmen sich diesen Herausforderungen stellen, können sie von den vielen Benefits profitieren und im globalen Wettbewerb mithalten. Deutsche Unternehmen sind hier im Schnitt noch nicht allzu weit entwickelt, sie haben jedoch gute Chancen, digital zu transformieren. Die Möglichkeiten und das Potenzial sind da, doch die Ängste und Hürden müssen überwunden werden, um Unternehmen auf ein neues Level zu heben.